Ehrungen 2011

- Parteivorsitzender Christoph Lembach

- Staatssekretär Dr. Frank Mentrup

- Kurt Roth, 60 Jahre SPD

- Rudi Lang, 50 Jahre SPD

- Streich-Duo Alma Deller-Dominic Schneider
Kurt Burkart zum Ehrenmitglied der SPD Rheinstetten ernannt

Eine kleine Delegation der SPD Rheinstetten reihte sich am 29. Dezember unter die zahlreichen Gratulanten ein, um Kurt Burkart zu seinem 92. Geburtstag zu gratulieren. In einer kurzen Ansprache erinnerten die SPD-Vertreter an die Verdienste Kurt Burkarts und überreichten ihm die Urkunde zur Ernennung als Ehrenmitglied der SPD Rheinstetten. „Das“, so Wolfgang Knoch, „ist unser bescheidener Dank für all das, was du für die Menschen in Forchheim und für deine SPD in den zurückliegenden 92 Lebensjahren und den 66 Jahren deiner Parteimitgliedschaft getan hast.“
Mit 66 Jahren Mitgliedschaft in der SPD ist Kurt Burkart der älteste Sozialdemokrat in Rheinstetten, wie Altbürgermeister Kurt Roth und Stadtrat Wolfgang Knoch in ihrer Ansprache ausführten. Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg gehörte Kurt Burkart zu den Ersten in Forchheim, die sich wieder politisch engagierten. Am 1. November 1945 war er beispielsweise mit dem damaligen Forchheimer Bürgermeister Johann Rupprecht unter denen, die die SPD auf Ortsebene wiedergründeten.
Infolge einer schweren Kriegsverletzung konnte Kurt Burkart seinen erlernten Beruf als Schreiner nicht mehr ausüben, sodass er auf einen Büroberuf umschulen musste. Menschen zu helfen war ihm ein besonderes Anliegen. Die Genossenschaftsidee war für ihn das Fundament solcher Hilfe. Und als Geschäftsführer der Spar- und Kreditbank Forchheim (der späteren Volksbank) konnte er vielen Forchheimerinnen und Forchheimern helfen. Er übte seinen Beruf aus innerer Überzeugung aus. Nicht die Bank zu bereichern, sondern Menschen zu helfen den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen, war sein Ziel. Zu seiner Zeit, so die beiden SPD-Vertreter, war Banker noch keine Schimpfwort, sondern ein Beruf mit hohem moralischem Anspruch.
So war es 1959 auch nicht weiter verwunderlich, dass Kurt Burkart in den Gemeinderat gewählt wurde und 1965, bei seiner Wiederwahl, mit großem Abstand absoluter „Stimmenkönig“ in Forchheim war. Sein Ergebnis (2.911 Stimmen) war nahezu doppelt so hoch wie das des besten CDU-Bewerbers und weit über 1.000 Stimmen besser als das des zweitplatzierten SPD-Mannes.
Noch heute, so erzählte der Geehrte, verfolge er die Kommunalpolitik trotz seiner 92 Lebensjahre mit regem Interesse und mit kritischem Verstand, wovon sich Altbürgermeister Kurt Roth und Stadtrat Wolfgang Knoch bei einem sehr intensiv geführten Gespräch überzeugen konnten.
Sozialdemokratisches Menschenbild, Werte und Ziele sind entscheidend!

SPD Rheinstetten ehrte langjährige Mitglieder
Wie sagte Rheinstettens Altbürgermeister Kurt Roth am Ende der eindrucksvollen SPD-Feierstunde: „In den 60 Jahren meiner Parteimitgliedschaft bin ich schon genau so oft im Geiste ausgetreten, aber immer wieder bin ich zurück gekommen, denn entscheidend sind bis heute das sozialdemokratische Menschenbild, die Werte und Ziele, die nie korrigiert werden mussten!“ Damit gab er das wieder, was alle der Geehrten in den vergangenen 40 – 60 Jahren ihrer SPD-Zugehörigkeit empfanden.
Eingerahmt durch Mozartklänge, interpretiert vom Streich-Duo Alma Deller und Dominic Schneider, eröffnete Ortsvereinsvorsitzender Christoph Lembach mit einem Willy-Brandt-Zitat den Ehrungsabend der SPD Rheinstetten: „Es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden.“ Damit gab er einen deutlichen Hinweis auf die feste kommunalpolitische Verankerung aller Jubilare des Abends. Mit Magda Kalkbrenner, ehrte er die erste Gemeinderätin, die es im damals noch selbstständigen Forchheim gab, mit Helmut Mayer den „Herr der Parteifinanzen“, der mit großem Engagement eines der schwierigsten Ämter wahrnimmt, und schließlich mit Helmut Gerstner den langjährigen Vorsitzenden der SPD-Gemeinderatsfraktion. Alle drei wurden mit Ehrenurkunde und Ehrennadel für 40 Jahre Parteimitgliedschaft ausgezeichnet.
Aus dem Rahmen fielen die Ehrungen für 50 bzw. 60 Jahre SPD-Zugehörigkeit. In seiner Laudatio stellte MdL Dr. Frank Mentrup, Parlamentarischer Staatssekretär im Kultusministerium, den gesamtgeschichtlichen Zusammenhang her. Überaus kenntnisreich und trotzdem kurzweilig knüpfte er die Verbindungen zwischen 150-jähriger SPD-Geschichte und der persönliche Parteigeschichte der beiden Jubilare Altstadtrat Rudi Lang (50 Jahre Parteizugehörigkeit) und Altbürgermeister Kurt Roth (60 Jahre Parteizugehörigkeit). An ihrem Beispiel zeigte er, dass die Kommunalpolitik die „Keimzelle der Demokratie und die Keimzelle der sozialdemokratischen Bewegung ist“. Für ihre Verdienste um die Gesamtgesellschaft wurden sowohl Lang als Roth bereits in den 1980er Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt, doch ihr Engagement, ihr politischer Gestaltungswille habe auch im Alter nicht nachgelassen. Tief sei ihre Verankerung in Rheinstetten und die Spuren ihres Wirkens in der Gemeinde sichtbar.
Auf den Werdegang Kurt Roths eingehend, erklärte Dr. Frank Mentrup, dass dieser einer Generation angehöre, die unmittelbar nach dem Krieg schon in ganz jungen Jahren Demokratie aktiv aufbauen wollte. So sei es kein Wunder, dass Kurt Roth bereits als 16-Jähriger, aus der evangelischen Jugend kommend und bei den „Falken“ sozialisiert, in die SPD eintrat. 36 Jahre seines Parteilebens habe er maßgeblich in Karlsruhe gewirkt, wo er wie kein Zweiter sowohl ehren- als auch hauptamtlich die Jugendarbeit geprägt habe. Seit 1987, mit seiner Wahl zum Bürgermeister von Rheinstetten, habe sich Roths Lebensmittelpunkt ganz „seiner neuen Heimat“ zugewendet. Und so sei es kein Zufall, dass er den Heimatverein Rheinstetten initiierte, die SPD Rheinstetten als einheitlichen Ortsverein mitorganisierte und zentrale, verbindende Elemente der neuen Stadt Rheinstetten schuf ohne die gewachsenen Ortsteile aufzulösen. All das habe Vorbildcharakter und gehöre zu dem, von dem Willy Brandt sagte „das Kleine tun“.
Bei der Überreichung der Ehrenurkunde zum 60. Parteijubiläum zeigten sich sowohl Roth als auch Mentrup erfreut darüber, dass mit Sigmar Gabriel der SPD-Vorsitzende die Urkunde unterschrieben habe, mit dem Kurt Roth jahrelang im Bundesvorstand der „Falken“ zusammen gearbeitet hatte. Mit einem kleinen Umtrunk und vielen anregenden Gesprächen wurde ein gelungener, würdevoller Ehrungsabend abgerundet.





