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 Haushaltsreden

Stellungnahme der SPD-Stadtratsfraktion zum Haushalt 2009

Sprecher: Walter Linsin, SPD-Fraktionsvorsitzender

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schrempp,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Hauk,

werte Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,

liebe Bürgerinnen und Bürger!

 

 

Heute liegt uns der Haushaltsplan für das Jahr 2008 zur Verabschiedung vor.

Zunächst gilt unser Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, insbesondere Herrn Dauth als Kämmerer. Herr Dauth, Sie haben die  Beratungen des Haushalts wie immer sachbezogen und zielgerichtet vorangebracht. Dafür vielen Dank!

 

Wir verabschieden den Haushalt 2009 heute, am 13. Januar. So früh haben wir, so viel ich weiß, noch nie einen Haushalt verabschiedet.  Herr Oberbürgermeister, Sie und die anderen Fraktionen waren eigentlich schon am 9. oder 16. Dezember 2008 zur Verabschiedung bereit, daher vielen Dank, dass Sie unserem Wunsch zur Terminverschiebung nachgekommen sind. 

Die 2. Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplans zum EDEKA-Fleischwerk mit den überarbeiteten bzw. vervollständigten Gutachten und die Verabschiedung des Haushaltes in Rekordtempo waren zeitlich mit der gebotenen Sorgfalt einfach nicht zu bewältigen.

 

Wie die Jahresrechnung 2006 zeigt ist die finanzielle Situation unserer Stadt wesentlich besser als erwartet. Die Gründe sind in erster Linie Steuermehreinnahmen, aber auch eine Reduzierung von Sach- und Personalkosten. Es ist das Ergebnis der insgesamt guten, qualifizierten Arbeit der Stadtverwaltung in den letzten Jahren. Mit den Mehreinnahmen wurden Schulden abgebaut und die Rücklagen erhöht. Im Jahr 2007 setzte sich diese Entwicklung fort und zum Jahresende 2007 weist unser Haushalt zwar immer noch 5,4 Mio Schulden aus, aber die Rücklagen sind gleichzeitig auf 15,3 Mio gestiegen. Dieser positive Trend setzte sich im Jahre 2008 noch in abgeschwächter Form fort, allerdings ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung mit Sicherheit  der Hochpunkt erreicht, und wir müssen bereits verstärkt gegensteuern. Verwaltung und Gemeinderat müssen alles daransetzen, die Einnahmenseite nachhaltig stabil zu halten.

Die Bemühungen der Stadt  Rheinstetten in den letzten Jahren um neue Industrieansiedlungen hinter der Neuen Messe und am Leisbuckel bringen bereits den gewünschten Ertrag bei der Gewerbesteuer. Mit dem EDEKA- Fleischwerk und dem geplanten Gewerbegebiet an den Pfeiferäckern werden wir uns in diesem Einnahmenbereich, der bei uns im Vergleich mit anderen Kommunen weit unter dem Durchschnitt  liegt, langfristig entscheidend  verbessern.  Wir könnten damit den kommenden Aufgaben und  Anforderungen gelassener entgegensehen.

 

Der rigorose  Sparkurs der vorangegangenen Jahre, die Kürzungen nach der Rasenmähermethode in allen möglichen Bereichen, hatte natürlich auch Nachwirkungen, die es erst noch zu beseitigen gilt. Der mit der Sparpolitik verbundene Investitions- und Reparaturstau hat bei unserem kommunalen Immobilien bereits deutliche Spuren hinterlassen. Hier sind Reparatur- und Erhaltungsmaßnahmen zwingend notwendig, allerdings immer nur maßvoll, streng am wirklichen Bedarf orientiert, umfassend und sorgfältig geplant, damit sie auch wirtschaftlich umgesetzt werden können. Bund und Land werden in der nächsten Zeit umfangreiche Förderpakete für die energetische Gebäudesanierung, den Kindergarten-, Schul- und Straßenbau zur Belebung der Konjunktur beschließen, diese gilt es zu nutzen.

 

In Rheinstetten hat sich in den letzten Jahren viel getan. Zunächst die Stadterhebung, dann wurde Rheinstetten  Große Kreisstadt und erhielt damit zusätzliche Aufgabenbereiche. Die komplette Verwaltung ist ins neue Stadthaus am Rösselsbrünnle umgezogen, das Bauamt sitzt nun im Rathaus Mörsch, das Grundbuchamt wurde aufgelöst, das Archiv und Teile der Jugendarbeit zogen in das ‚Alte Schulhaus‘ in Forchheim, das neue zentrale Feuerwehrhaus ist vollendet. Die Stadtverwaltung war dabei logistisch gefordert und sie hat alles gut umgesetzt. Mit der Umsetzung des Personalgutachtens der Gemeindeprüfungsanstalt in Verbindung  mit den zusätzlichen Aufgabenbereichen der Großen Kreisstadt ist die Struktur der Verwaltung durchgängiger und schlanker geworden.

Nach dem Doppelwechsel an unserer Verwaltungsspitze, ohne die beiden Leistungsträger Gerhard Dietz und Dr. Bertold Treiber, scheint die Verwaltung  nun aber doch etwas zu schlank geraten um die kommenden Aufgaben zu bewältigen.

 

Der Kostenbereich für Sachverständige und Gutachten hat wieder stark steigende Tendenz!  Es werden zu viele Aufträge nach außen vergeben, die unsere Verwaltung selber machen kann und eigentlich auch selbst erledigen  muss!

Die zuletzt abgewickelten Projekte, Feuerwehrhaus, Paminamuseum, Friedhofshalle Forchheim, Sanierung Schwimmbaddach und die Sanierung der Adenauer- und Theodor Heuss Straße führten zu massiven Kostenüberschreitungen!

Die Gründe: Beim Feuerwehrgebäude zunächst keinerlei Kostenkontrolle, die  Wünsche der Feuerwehr wurden nicht hinterfragt, sondern einfach alle erfüllt. Dadurch sind wir bei der Gebäudetechnik und der Ausstattung über das ursprüngliche Ziel weit hinausgeschossen. Eine für dieses Projekt selbstverständliche Kostenkontrolle wurde erst auf massiven Druck der SPD-Fraktion eingeführt. Die anderen Projekte wurden nicht ausreichend vorbereitet und damit nicht umfassend ausgeschrieben. Die zwangsläufig folgenden teuren Nachträge der Firmen sind die logische Konsequenz.

Sicher, es war mit dem Thema EDEKA kein einfaches Jahr, es wurde auch vieles angepackt und einiges geleistet, aber trotzdem, diese Entwicklung gilt es besonders zu beachten und zu hinterfragen.

 

Vieles was die SPD-Fraktion in den letzten Jahren angeregt hat, z.B. das Stadthaus am Rösselsbrünnle und der alternative Standort des Feuerwehrgebäudes, wurde bereits erledigt. Vieles muss aber noch umgesetzt oder endlich in Angriff genommen werden.

 

Energieeinsparungen

Wir müssen bei den stadteigenen Gebäuden Energie sparen, das fordern wir bereits seit Jahren. Im Jahre 2005  haben wir dazu einen Antrag gestellt und konkrete Vorschläge unterbreitet. Damals betrugen bei unseren Gebäuden die Heizkosten 380.000 €, die Stromkosten 182.000€, im Haushalt 2009 sind Heizkosten von 595.000€ und Stromkosten von 309.000€ angesetzt. Das sind insgesamt Mehrkosten von 342.000€, bedingt durch die steigenden Energiepreise bei nahezu unverändertem Energieverbrauch.  Getan hat sich bisher nur wenig und das Wenige, was  getan wurde, ist für uns zumindest sehr fragwürdig.

Für das Schulzentrum wurde mit der EnBW ein Contracting-Vertrag zur Energieeinsparung abgeschlossen. Durch das Heizen mit erneuerbarer Energie, in diesem Fall Holzhackschnitzeln, und die fast völlige Vermeidung von fossilen Brennstoffen, leisten wir damit einen Beitrag zum Klimaschutz. Allerdings sparen wir damit nur wenig Energie ein und das Contracting inclusive der Aschebeseitigung  belastet unseren Haushalt mit derzeit mehr als 65.000 € pro Jahr zusätzlich. Unser Ziel war eigentlich echt Energie und damit Kosten einzusparen. Bevor wir uns, wie von der Verwaltung bereits vorgeschlagen, in das nächste Contracting-Abenteuer zur Energieeinsparung einlassen, sollte unsere Verwaltung den bereits bestehenden Vertrag mit der EnBW und die bereits vorliegenden Zahlen nochmals genau prüfen und  hinterfragen. Das, was dem Gemeinderat bisher dazu vorliegt, passt einfach nicht!

Letztes Jahr schloss diese Passage der Haushaltsrede mit der Forderung:

Rheinstetten braucht ein strategisch angelegtes Liegenschaftsmanagement!

Wir haben dazu 2008 nochmals einen Antrag gestellt: Erstellung eines energetischen Sanierungskonzeptes auch als Beitrag zur aktiven Wirtschaftsförderung. Schließlich  haben wir die notwendigen finanziellen Rücklagen, wir haben die sanierungsbedürftigen Objekte, aber wir setzen überhaupt nichts um!

Eine Grundanalyse für alle stadteigenen Gebäude, den gesetzlich schon vorgeschriebenen Energiepass und damit eine Prioritätenliste für die dringend sanierungsbedürftigen Objekte, das war unsere Forderung.  Eigentlich ist das mit relativ einfachen Mitteln realisierbar, vieles ist auch schon vorhanden und man muss es nur mit Überblick zusammenführen. Das Problem scheint nun endlich erkannt und es wird reagiert: eine neue Stelle wird geschaffen, ein  Facility-Manager wird gesucht.  Das ist ein amerikanischer Begriff! Es wird jemand gesucht, der für die optimale  Bewirtschaftung der stadteigenen Gebäude in technischer, funktionaler und kaufmännischer Hinsicht, unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, z.B. Brandschutz, Energiepass usw., zuständig ist. Unsere Ämter können das offensichtlich  in der aktuellen Zusammensetzung nicht  leisten.

 

Die Wirtschaftsförderung in unserer Stadt wurde im Vorfeld von Wahlen und praktisch in jeder Haushaltsrede  immer wieder thematisiert. Die Verwaltung beabsichtigt nun eine Stelle für die Wirtschaftsförderung im Hauptamt einzurichten. Kein hoch dotierter Wirtschaftsförderer, sondern jemand der sich um die Belange der  Wirtschaftsbetriebe, vor allem um die Bestandspflege,  kümmert und den Bürgermeistern zuarbeitet.  Die Wirtschaftsförderung bleibt damit Chefsache.  Diesen Schritt hat die SPD-Fraktion bereits 2006 vorgeschlagen und er findet auch heute noch unsere volle Zustimmung.

Mit dem Autobahnanschluss über den Messetunnel, der Messe und dem bereits bebauten neuen Gewerbegebiet hinter der Messe wurde ein überaus attraktiver Wirtschaftsstandort geschaffen. Dieser Standort wird von der Umgebung wahrgenommen, Rheinstetten wird  um diese Flächen auch beneidet, obwohl wir nicht die Besitzer sind.

Wir haben zwar die Planungshoheit, aber wie die Ansiedlung von EDEKA zeigte, es mischen viele Beteiligte mit. Verwaltung  und Gemeinderat sollten schnellst möglich ein Konzept für die weitere Entwicklung unserer Gewerbestruktur  erstellen und dabei klare Grenzen der möglichen Gewerbebebauung und deren Qualität festlegen. Das haben wir  bereits in den Jahren 2007 und 2008 gefordert.

 

Wo stehen wir bei  den Planungen zur Neuen Stadtmitte in Rheinstetten?

Zunächst die Standortfrage des neuen Feuerwehrhauses, dann die beiden Bürgermeisterwahlen, in den Jahren 2007 und 2008 ist die Verwaltung und der Gemeinderat mit der neuen Stadtmitte am Rösselsbrünnle nicht weitergekommen. Die Grundstücksumlegung und der notwendigen Ankauf von Grundstücken ist zwar auf einem guten Weg, es fehlt aber ein klares Konzept über die weitere Vorgehensweise um das Richtige für Rheinstetten zu erhalten. Hier sollte uns der OB im laufenden Jahr seine Ideen und  Vorstellungen präsentieren. Nur gut, dass für das zentrale Feuerwehrhaus ein alternativer Standort gefunden wurde, wir würden sonst auch hier immer noch diskutieren.

 

Die Verwaltung und  der Gemeinderat haben eine Verkehrszählung zur Feststellung der tatsächlichen Verkehrsflüsse in Rheinstetten in Auftrag gegeben. Das Gutachten liegt seit Weihnachten vor, auf dieser Basis können nun die  neuralgischen Punkte, z.B. Einmündung Hertzstraße-Umgehungsstraße, Ortseinfahrt Neuburgweier, Ausfahrt Silberstreifen, Ortsdurchfahrt Mörsch usw. richtig bewertet  und  notwendige Schritte unternommen werden. Wir möchten an dieser Stelle nochmals an die  beiden Anträge der SPD-Fraktion zum Bau eines Kreisels an der Hertzstraße aus den vergangenen Jahren erinnern, denn auch  das Gutachten belegt das sehr hohe Verkehrsaufkommen an dieser Kreuzung.

 

Bildung und Betreuung der Kinder gehören zu den Kernaufgaben jeder Kommune! Die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fordern den bedarfsgerechten und qualitätsorientierten Ausbau der Kinderbetreuung. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurden weitere Kleinkindgruppen in den Kindergärten St. Ursula und Regenbogen  eingerichtet. Damit und mit der bereits 2007 durchgeführten  Kindergarten-Entwicklungsplanung sind wir hier auf einem zeitgemäßen Stand, unser Hauptamt hat gute Arbeit geleistet. Für den Kindergarten im Silberstreifen wurde eine Planungsrate für den Ausbau, besser Neubau, in den Haushalt eingestellt. In Anbetracht des bestehenden Gebäudes  und der Entwicklung des Ortsteils muss hier gehandelt werden.  Leider fand unser Antrag zur Reduzierung der Zweitkinderbeiträge  im Gemeinderat keine Mehrheit. Eine Entlastung junger Familien mit Kindern ist  nach unserer Ansicht auch im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung wichtig.

 

Bei den Schulen werden die notwendigen Investitionen in Zukunft stark steigen, weil sich auch unsere Schulen, das ist mittlerweile offensichtlich, auf den Ganztagesbetrieb umstellen müssen. Rheinstetten hat bisher dazu, obwohl die SPD-Fraktion das mehrfach forderte, noch keinerlei Vorkehrungen getroffen. Wenn neue Fördermittel beantragt werden können, kommen wir nach derzeitigem Stand wieder zu spät!  Der Abwärtstrend bei den Schülerzahlen und die mangelnde Akzeptanz der Hauptschulen setzt sich auch in Rheinstetten fort. Die für 2008 vorgesehene Schulentwicklungsplanung lässt weiter auf sich warten und blockiert damit dringend notwendige und sinnvolle  Sanierungen bei den Schulgebäuden. Es wird höchste Zeit, dass dieses, zugegeben heiße Eisen, angefasst und nicht weiter vor sich hergeschoben wird.

 

Die offene Jugendarbeit hat durch unser  Jugendhaus und die Einrichtungen an der Keltenhalle vorzeigbare Formen bekommen. An zwei Orten, Jugendhaus und Infaction, jetzt im stadteigenen Gebäude in der alten Schule Forchheim, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Freizeit zu verbringen oder sich Rat zu holen. Mit unserer aktiven Mobilen Jugendarbeit wurden die Ortsteilprobleme der Vergangenheit zum großen Teil entschärft. Der Jugendgemeinderat hat den Bau eines Kleinfußballfeldes beim Jugendzentrum beantragt, dem wurde jetzt zugestimmt. Vor dem Jugendhaus sehen wir dafür den geeigneten Platz und wir freuen uns, dass mit dieser Entscheidung das Engagement der Jugend belohnt wird.

 

Stadtbetrieb und Bauhof.

Obwohl wir vor genau einem Jahr  einen Antrag stellten mit der Bitte, die im Haushalt als „Innere Verrechnungen“ bezeichneten Kosten, die Einnahmen des Stadtbetriebes, transparent und nachvollziehbar darzustellen, hat sich nichts geändert.

Trotz des hohen Verwaltungsaufwandes sind die Verrechnungen des Stadtbetriebes  weiterhin nicht schlüssig. Wir sehen insgesamt, auch bei der Wasserversorgung, sehr viel Optimierungspotential und einen akuten Handlungsbedarf. Die Zusammenlegung der Bauhöfe an einem neuen Standort ist weiterhin unser erklärtes Ziel.

 

Kurz vor Jahresschluss wurde noch ein Beschluss zur Vereinförderung  gefasst. Dieses Thema, seit Jahren verzögert, zuletzt auf Wunsch der CDU auf nach den Bürgermeisterwahlen verschoben, wurde nun vom neuen OB ehrgeizig vorangetrieben. Die Sitzungsvorlagen wurden basierend auf den Anregungen der Gemeinderäte stetig verbessert, so dass nun in Teilbereichen eine befriedigende Lösung gefunden wurde. Im Bereich der Jugendförderung nehmen wir in der Region damit einen Spitzenplatz ein. Leider sind dabei zwei für uns sehr wesentliche Bereiche nicht berücksichtigt worden:

Die Nutzung städtischer Einrichtungen durch Vereine mit Angabe der Nutzungsgebühr wurde immer noch nicht vollständig vorgelegt und die im OB-Wahlkampf versprochene logistische Unterstützung der Vereine durch den Bauhof wurde gar nicht mehr erwähnt. In diesen Bereichen sind nach wie vor nicht alle Vereine gleich behandelt!

 

Der demographische Wandel  entwickelt sich zu einem Megathema  im wissenschaftlichen und politischen Diskurs. Leider schlägt sich die prognostizierte demographische Entwicklung bislang nur unzureichend in unserer Kommunalpolitik nieder. Die jüngste Bevölkerungsprognose des Landkreises zeigt, Rheinstetten hat danach  bis 2025 nach Waldbronn mit 4,7 % den stärksten Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Die vergleichbare Gemeinde Stutensee wächst im gleichen Zeitraum um 9%. Wenn wir in Rheinstetten einen Bevölkerungsstand von über 20.000 halten wollen, das war das erklärte Ziel des Gemeinderates bei der Strukturtagung im Jahr 2003,dann sind wir auf Wanderungsgewinne von mehr als 50 Personen pro Jahr angewiesen.

Dazu sind  Arbeitsplätze, eine gute Infrastruktur und die  entsprechenden Wohnmöglichkeiten zu schaffen, damit möglichst junge Familien nach Rheinstetten ziehen. Mit dem  EDEKA-Fleischwerk mit seinen 600-800 Arbeitsplätzen machen wir dazu  einen großen Schritt, wir müssen allerdings auch das entsprechende Angebot an Bauplätzen und  Wohnungen anbieten können.

Aber auch mit diesen Maßnahmen zeichnet sich eine Konzentration älterer Menschen innerhalb unserer Stadt ab. Wir haben unser Soll an stationären Alteneinrichtungen in Rheinstetten mehr als erfüllt  und müssen nun dafür sorgen, dass die Infrastruktur im Nahbereich dieser Einrichtungen entsprechend angepasst und gestaltet wird. Es gibt dazu viele Fragen, die beantwortet werden müssen. Die SPD-Fraktion wird zur notwendigen Verbesserung der Infrastruktur für ältere Menschen einen gesonderten Antrag stellen.

 

Wie Sie sehen, die Verwaltung  und der Gemeinderat waren fleißig und haben einiges erreicht, aber vieles wurde auch aufgeschoben und manches heiße Eisen wurde nicht angefasst. Es ist  in der Zukunft noch sehr viel zu tun. Zunächst  sollten wir die bereits angesprochenen projektbezogenen Themen forcieren, vielleicht bleibt aber auch noch Raum für einen Blick in die weitere Zukunft. Wenn wir die weitere Planung der Neuen Mitte wieder aktiv betreiben, sollten wir auch den allseits beliebten Epplesee mit in Betracht ziehen, dort gibt es noch  viel Gestaltungs- und Entwicklungspotential, unsere Bewerbung zur Landesgartenschau hatte bereits einiges aufgezeigt. Vielleicht ist  auch das neu aufgelegte Landesprogramm „Natur in Stadt und Land“, das andere Kommunen in der Umgebung bereits beantragt haben, Rheinstetten eine Bewerbung wert? 

 

Auch der Neubau des Hochwasserpolders bei Neuburgweier wird die Verwaltung und den Gemeinderat zunehmend beschäftigen. Hier ist die Entscheidung für einen gesteuerten Polder getroffen, unsere Kommune konnte darauf zwar keinen Einfluss nehmen, aber die getroffene Entscheidung erscheint uns auch insgesamt logisch und konsequent. Der Fermasee wird sich durch den neuen Zufluss natürlich als Gewässer verändern, die Situation entspricht wieder mehr der Zeit vor der Rheinbegradigung vor ‚Tulla‘ und wir erhalten hier wieder mehr ursprüngliche Natur. Wir sehen dies  als große Chance für Rheinstetten, denn es gibt viele Möglichkeiten den Rheinpolder in die weitere Entwicklung unserer Kommune  einzubinden. Rheinstetten hat für den Polder viel zu leisten, gibt einiges auf und kann deshalb auch Forderungen bei der Gestaltung stellen. Allerdings müssen wir die Forderungen jetzt präzise und klar formulieren, und deren Umsetzung konsequent verfolgen. Die bisher anspruchslose Begleitung des Projektes durch unsere Verwaltung reicht hier nicht aus!  

 

Damit habe ich zum Haushalt 2008, zu den Vorstellungen und der Zielsetzung meiner Fraktion alles gesagt. Wir stimmen dem Haushaltsplan zu, wir können der Verwaltung   insgesamt eine engagierte und fleißige Arbeit bescheinigen. Nochmals ein besonderes Lob an den Kämmerer, Herrn Dauth, der die Verwaltung und den Gemeinderat, sachlich und souverän, durch die Haushaltsberatungen geführt hat. 

 

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

 

Stellungnahme der SPD-Stadtratsfraktion zum Haushalt 2008

In der Gemeinderatssitzung vom 26. Februar 2008 wurde der Haushalt 2008 der Großen Kreisstadt Rheinstetten verabschiedet. Dazu gab SPD-Fraktionsvorsitzender Walter LIsin folgende Stellungnahme ab:

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dietz,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Hauk,

werte Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,

liebe Bürgerinnen und Bürger!

 

Heute liegt uns der Haushaltsplan für das Jahr 2008 zur Verabschiedung vor.

Zunächst gilt unser Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, insbesondere Herrn Dauth als Kämmerer. Herr Dauth, Sie haben die  Beratungen des Haushalts wie immer sachbezogen und zielgerichtet vorangebracht. Dafür vielen Dank!

 

Die Haushalte  der Jahre 2004 bis 2006 waren geprägt von großen finanziellen Engpässen und es mussten drastische Einsparmaßnahmen ergriffen werden. Nach der Rasenmähermethode wurden alle möglichen Ausgaben gekürzt. Im Haushalt 2007 hatte sich die Situation schon etwas entspannt, es war eine Trendwende erkennbar, die Talsohle schien durchschritten. Die Jahresrechnung 2006 hat es dann bestätigt, die Einnahmesituation unserer Stadt hat sich deutlich gebessert. Durch die allgemein besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stiegen unsere Einnahmen bei den Gemeinschaftssteuern und die Bemühungen der Stadt Rheinstetten um neue Industrieansiedlungen hinter der Neuen Messe und am Leisbuckel bringen nun den gewünschten Ertrag. Mit netto ca. 170 €/Einwohner haben wir die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seit 2001 zwar mehr als verdoppelt, im Vergleich mit den Nachbarkommunen liegen wir aber immer noch weit hinten. Ettlingen und Karlsbad haben z.B. mehr als 450 €/E Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Wenn das EDEKA- Fleischwerk kommen sollte, würden wir uns in diesem Einnahmenbereich natürlich noch weiter verbessern, und wir könnten den kommenden Aufgaben und  Anforderungen gelassener entgegensehen. Wir wollen aber keine Abhängigkeit von der Gewerbesteuer schaffen, die Erfüllung der Pflichtaufgaben und die notwendigen Aufgaben der Stadt müssen auch ohne eine üppige Gewerbesteuereinnahme voll gewährleistet sein. Die Probleme vieler Kommunen beim Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen in den Jahren 2002 bis 2005 sollte uns dazu Warnung genug sein.

 

Der Haushalt 2008 orientiert sich weiterhin an dem Sparkurs der vorangegangenen Jahre, lediglich im Bereich der Schulen, Kindergärten und bei der Vereinsförderung haben wir die Ausgaben erhöht. Das begrüßen wir ausdrücklich, das war notwendig! Wir haben in den letzten beiden Jahren Schulden abgebaut, die Pro-Kopf-Verschuldung wurde auf ca.260 € gesenkt, zum Vergleich, Baden-Württemberg liegt bei ca. 530 €, der Durchschnitt im Regierungsbezirk Karlsruhe liegt bei ca. 700 €. Allerdings dürfen wir uns auch nicht kaputtsparen, denn die Sparpolitik der Vergangenheit und der damit verbundene Investitionsstau hat auch bei unserem kommunalen Immobilienbestand deutliche Spuren hinterlassen. Da sind zukünftige Budgeterhöhungen zwingend notwendig, allerdings immer nur maßvoll und streng am wirklichen Bedarf orientiert. 

 

 

Rheinstetten hatte sich in den letzten Jahren nicht nur viel vorgenommen, sondern hat auch vieles davon umgesetzt. Rheinstetten wurde große Kreisstadt und erhielt damit zusätzliche Aufgabenbereiche. Die komplette Verwaltung ist ins neue Stadthaus am Rösselsbrünnle umgezogen, das Bauamt sitzt nun im Rathaus Mörsch, das Grundbuchamt wurde aufgelöst, das Archiv und Teile des Jugendamtes zogen in das ‚Alte Schulhaus‘ in Forchheim, das neue zentrale Feuerwehrhaus ist bald vollendet und das

 

Personalgutachten der Gemeindeprüfungsanstalt wurde umgesetzt. Die Stadtverwaltung war dabei logistisch wirklich gefordert und sie hat alles gut umgesetzt. Das alles gelang sozialverträglich und die Struktur der Verwaltung ist damit durchgängiger und schlanker geworden. Die Verwaltung ist nun gut aufgestellt, wir haben, das haben auch die Haushaltsberatungen wieder gezeigt, eine gute, intakte Mannschaft.

 

Manches  davon ist auch das Ergebnis der Haushaltsstrukturkommission, die vor drei Jahren auf Antrag der SPD-Fraktion mit dem Ziel eingerichtet wurde, Vorschläge zu sammeln, Lösungsansätze zu finden und deren Umsetzung auf den Weg zu bringen. Das Ergebnis ist befriedigend, aber viele Vorschläge der Kommission wurden noch nicht vollständig umgesetzt oder noch gar nicht in Angriff genommen.

 

 Energiesparen ist die beste Energiequelle !

Wir müssen bei den stadteigenen Gebäuden Energie sparen, das fordern wir bereits seit Jahren, das bisher Erreichte hat aber einen eher bescheidenen Umfang.

Für das Schulzentrum wurde mit der ENBW ein Contractingvertrag zur Energieeinsparung abgeschlossen. Durch das Heizen mit erneuerbarer Energie, in diesem Fall Holzhackschnitzeln, und die fast völlige Vermeidung von fossilen Brennstoffen, leisten wir damit einen beträchtlichen Beitrag zum Klimaschutz. Allerdings belastet  diese Maßnahme unseren Haushalt auch mit derzeit mehr als 50.000 € zusätzlich.

Im letzten Haushalt hat der Gemeinderat  200.000,- Euro für die energetische Sanierung der Albert Schweizer Schule eingestellt, das wäre aus energetischer Sicht ein wirklich lohnendes Projekt. Die Realisierung wurde allerdings gestoppt, denn man will erst die Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung  abwarten, d.h. wir haben wie im Jahre 2007 bei der Gebäudeenergieeinsparung nichts geleistet!

Es wird nun aber wirklich höchste Zeit auf diesem Gebiet aktiver zu werden. Zunächst benötigen wir die lange schon geforderte Gebäudeanalyse für alle stadteigenen Gebäude. Auf dieser Basis wird dann der mittlerweile gesetzlich vorgeschriebene Energiepass erstellt. Damit haben wir die Prioritäten bei den Gebäuden in energetischer Hinsicht definiert und können in Zukunft bei sowieso notwendigen Sanierungen oder Brandschutzmaßnahmen umfassend und mit Überblick handeln.

 

Rheinstetten braucht ein strategisch angelegtes Liegenschaftsmanagement!

Die Wirtschaftsförderung in unserer Stadt wurde auch im Wahlkampf immer wieder thematisiert Die Grundstücke im Industriegebiet hinter der Messe haben wir mittlerweile alle an namhafte  Firmen verkauft und sie haben die Einnahmenseite unseres Haushalts bereits wesentlich verbessert. Oberbürgermeister Gerhard Dietz und Bürgermeister Dr. Treiber haben hier sehr gute Arbeit geleistet und - die Anfrage von EDEKA  hat es wieder bestätigt - wir bieten einen höchst interessanten Standort. Die Akquisition neuer Firmen ist offensichtlich nicht unser Problem, Förderbedarf haben wir hauptsächlich in der Bestandspflege. Verwaltung  und Gemeinderat werden umgehend mit dem Land über die Flächen beim Versuchsgut und die möglichen Ziele beraten, das ist bereits vereinbart. Danach sollten wir ein Konzept für die weitere Entwicklung unserer Gewerbestruktur  erstellen und dabei klare Grenzen der möglichen Gewerbebebauung und deren Qualität festlegen. Seit Januar gelten für die Kommunen neue Wertgrenzen bei Ausschreibungen. Aufträge bis 20.000 € dürfen nunmehr ohne vorherige Ausschreibung vergeben werden. Bis 75.000 € ist eine beschränkte Ausschreibung möglich, d.h. drei bis vier Firmen können nun gezielt angefragt werden. Das sollten wir jetzt zum Anlaß nehmen die bisherigen Vergabepraktiken neu zu überdenken. Mit Ausnahme des Naturschutzbereiches kommen von unserer Ämtern in der Kommune keinerlei Vorschläge, wie man an die Fördertöpfe von Bund, Land oder EU gelangen kann. Der mühsame Kampf unseres Oberbürgermeisters gegen Teile des Gemeinderates beim Paminamuseum um den 50 % Zuschuß der EU sind die absolute Ausnahme. Die Nutzung der Förderangebote und die Einbindung örtlicher Firmen sind die beste Bestandspflege für unser Gewerbe.

 

Wo stehen wir bei  den Planungen zur Neuen Stadtmitte in Rheinstetten?

Zunächst die Standortfrage des neuen Feuerwehrhauses, dann die beiden Bürgermeisterwahlen, trotz der Klausursitzung des Gemeinderates im vergangenen Herbst bleibt festzustellen: Auch im Jahr 2007 ist der Gemeinderat mit der neuen Stadtmitte am Rösselsbrünnle nicht weitergekommen. Die Verwaltung hat die Grundstücksumlegung nahezu abgeschlossen und die Gemeinde hat den notwendigen Ankauf von Grundstücken getätigt. Unser scheidender OB Gerhard Dietz hatte ein klares Konzept über die weitere Vorgehensweise, um das Richtige für Rheinstetten zu erhalten und hat dabei weit über den planerischen Tellerrand von Rheinstetten geblickt. Es bleibt nun abzuwarten, zu welcher Vorgehensweise sich die neue Rathausspitze entschließt. Eines hat die Klausurtagung jedenfalls klar gezeigt: Bei der Planung befindet sich der Gemeinderat jedenfalls noch bei den allerersten Grundlagenermittlungen.

 

Nicht nur für die Verkehrssicherheit in Rheinstetten ist die neue Ampelanlage an der B 36, Einmündung Leichtsandstraße gegenüber der Messe, ein absoluter Gewinn. Es gibt aber in Rheinstetten noch viel zu verbessern. Auch durch die Vorschläge des Agenda-Arbeitskreises Verkehr inspiriert, hat der Gemeinderat eine Verkehrszählung zur Feststellung der tatsächlichen Verkehrsflüsse in Rheinstetten in Auftrag gegeben. Auf dieser Basis können die weiteren neuralgischen Punkte, z.B. die Einmündung Hertzstraße in die Umgehungsstraße, die Ortseinfahrt Neuburgweier, die Ausfahrt am Silberstreifen usw. richtig bewertet  und die dringend notwendigen Schritte unternommen werden. Wir möchten an dieser Stelle nochmals an die  beiden Anträge der SPD-Fraktion zum Bau eines Kreisels an der Hertzstrasse aus den vergangenen Jahren erinnern, denn wir wollen schließlich vorausschauen und handeln und nicht erst reagieren, wenn sich Unfälle ereignet haben.

 

Was sind die Kinder ihrer Stadt wert?

Diese Frage stellt sich den Gemeinderatsfraktionen bei den Haushaltsberatungen jedes Jahr. Ich habe es bereits vorher erwähnt: Wir haben im Bereich der Schulen und Kindergärten das Budget erhöht und damit die Kürzungen der vergangenen Jahre rückgängig gemacht. Bei den Kindergärten haben wir auch den Personalschlüssel zum Wohle der Kinder angepasst. Noch im Jahr 2005 hatten wir 180 überzählige Kindergartenplätze für Kinder über drei Jahre, das sind 6 Gruppen. Wir haben daraufhin um drei Gruppen gekürzt und das Angebot qualitativ durch höhere Flexibilität wesentlich erweitert. Mit der daraufhin durchgeführten Kindergarten-Entwicklungsplanung sind wir  nun auf einem zeitgemäßen Stand. Unser Hauptamt hat gute Arbeit geleistet. Zur weiteren Verbesserung der Betreuung von Kindern ab 2 Jahren, hat die SPD-Fraktion bereits im vergangenen Jahr den Antrag auf die Einrichtung weiterer Kleinkindgruppen in den Kindergärten St. Ursula und Regenbogen  eingereicht. Bei den Kindergartengebühren sollte unser Schwerpunkt weiterhin nicht auf möglichst billig, sondern auf möglichst guter Qualität liegen.

 

Bei den Schulen werden die notwendigen Investitionen in Zukunft stark steigen, weil sich auch unsere Schulen, das ist mittlerweile offensichtlich, auf den Ganztagesbetrieb umstellen müssen. Rheinstetten hat bisher dazu noch keinerlei Vorkehrungen getroffen. Die im Jahre 2005 optimalen Fördermöglichkeiten zur frühzeitigen Schaffung der dazu notwendigen Infrastruktur haben Verwaltung, Gemeinderat und teilweise auch unsere Schulleitungen, trotz des dazu vorliegenden SPD-Antrages und mehrfacher Erinnerung, schlichtweg verschlafen. Der Abwärtstrend bei den Schülerzahlen an den Hauptschulen setzt sich auch in Rheinstetten fort. Bereits im kommenden Jahr muss sich der Gemeinderat intensiv mit der weiteren Entwicklung der Schulen in unserer Stadt befassen. Unser Hauptamt erarbeitet derzeit die Schulentwicklungsplanung für Rheinstetten. Wenn diese vorliegt, müssen wir die daraus notwendigen Schlüsse ziehen und zügig umsetzen. Bei der Schulsozialarbeit haben wir mittlerweile die 1,5 Stellen zur Verfügung, die von meiner Fraktion seit Jahren gefordert wurden.

 Die offene Jugendarbeit hat durch unser  Jugendhaus und die Einrichtungen an der Keltenhalle vorzeigbare Formen bekommen. An zwei Orten, Jugendhaus und Infaction, jetzt im stadteigenen Gebäude in der alten Schule Forchheim, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Freizeit zu verbringen oder sich Rat zu holen. Der Jugendgemeinderat hat den Bau eines Kleinfußballfeldes beim Jugendhaus beantragt. Unser Förderantrag beim DFB zur finanziellen Unterstützung dieser Maßnahme, der  auf Drängen der SPD-Fraktion gestellt wurde, war zwar nicht erfolgreich, aber wir sollten diese Maßnahme trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Im Zusammenhang mit der maroden Zelthalle müssen wir den Eingangsbereich des Keltenstadions und dessen intensivere Nutzung sowieso  neu überdenken. Mit der Mobilen Jugendarbeit konnten die Ortsteilprobleme zum großen Teil entschärft werden.

 

 An der Zusammenlegung der Bauhöfe an einem neuen Standort halten wir weiterhin fest. Durch die derzeit unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der einzelnen Bauhöfe sind auf den ersten Blick zwar nur geringe Einsparmöglichkeiten zu erwarten. Die größere Übersichtlichkeit wird aber dennoch zu Einsparungen führen. Mit der räumlichen Organisation können sicher auch innere Arbeitsabläufe verbessert  und die Angebotspalette erweitert werden. Ich denke dabei  auch an die bisher immer  von Bauhof, Bauverwaltung und auch von der großen Mehrheit des Gemeinderates vehement  abgelehnte logistische Unterstützung der Vereine. Auf jeden Fall werden wir bei einer Zusammenlegung für die innerörtliche Wohnbebauung wertvolle Grundstücke erhalten. Einen Antrag hierzu hat die SPD-Fraktion bereits vor einiger Zeit gestellt, wir werden im Verlauf des Jahres darauf zurückkommen. Noch eine Bemerkung zur logistischen Unterstützung der Vereine: Das wurde nun im Wahlkampf für uns völlig überraschend auch von anderer Seite befürwortet. Hier sind wir auf die Vorschläge zur Umsetzung wirklich gespannt.

 

 Die demographische Entwicklung macht auch vor unserer Kommune nicht Halt. Wenn wir in Rheinstetten einen Bevölkerungsstand von über 20.000 halten wollen, das war das erklärte Ziel des Gemeinderates bei der Strukturtagung im Jahr 2003,dann sind wir auf Wanderungsgewinne von mehr als 50 Personen pro Jahr angewiesen,d.h. wir müssen auch den entsprechenden Wohnraum dafür schaffen, damit möglichst junge Familien nach Rheinstetten ziehen. Mit dem neuen Baugebiet im Silberstreifen haben wir einen richtigen Schritt dazu getan. Falls das EDEKA-Fleischwerk mit seinen 600 Arbeitsplätzen nach Rheinstetten kommt, sind wir auch auf diesem Gebiet einen großen Schritt weiter gekommen, wir müssen allerdings auch das entsprechende Angebot an finanzierbaren Bauplätzen und  Wohnungen anbieten können.

 

Wie Sie sehen, gibt es in der Zukunft vieles zu tun. Wir müssen und wollen den neuen Erfordernissen gerecht werden. Wir wollen,  wie schon gesagt,  unmittelbar an die Verabschiedung dieses Haushaltsplans wieder beginnen, politische Entscheidungen für den nächsten Haushaltsplan zu erarbeiten und zu treffen. Dabei sollten wir die bereits angesprochenen projektbezogenen Themen forcieren, vielleicht bleibt aber auch noch Raum für einen Blick in die weitere Zukunft. Wenn wir die weitere Planung der Neuen Mitte wieder aktiv betreiben, sollten wir auch den allseits beliebten Epplesee mit in Betracht ziehen, dort gibt es noch  viel Gestaltungs- und Entwicklungspotential; unsere Bewerbung zur Landesgartenschau hatte bereits einiges aufgezeigt.

 

Auch der Neubau des Hochwasserpolders bei Neuburgweier wird den Gemeinderat zunehmend beschäftigen. Hier ist die Entscheidung für einen gesteuerten Polder getroffen, unsere Kommune konnte darauf zwar keinen Einfluss nehmen, aber die getroffene Entscheidung erscheint auch uns insgesamt logisch und konsequent. Die Grundwassersituation und vor allem der Hochwasserschutz für Neuburgweier und unser Tiefgestade, und natürlich für alle Gebiete rheinabwärts,  werden sich durch die geplanten Wasserbaumaßnahmen wesentlich verbessern. Der Fermasee wird sich durch den neuen Zufluss natürlich als Gewässer verändern, die Situation entspricht wieder mehr der Zeit vor der Rheinbegradigung vor ‚Tulla‘ und wir erhalten hier wieder mehr ursprüngliche Natur. Wir sehen dies  als große Chance für Rheinstetten, denn es gibt viele Möglichkeiten den Rheinpolder in die weitere Entwicklung unserer Kommune  einzubinden. Bei den weiteren Verhandlungen  sind die Verwaltung und der Gemeinderat daher verstärkt gefordert.

 

Damit habe ich zum Haushalt 2008, zu den Vorstellungen und der Zielsetzung meiner Fraktion alles gesagt. Wir stimmen dem Haushaltsplan und dem Wirtschaftsplan „Wasserversorgung“ zu, wir können der Verwaltung   insgesamt eine gute Arbeit bescheinigen. Nochmals ein besonderes Lob an den Kämmerer, Herrn Dauth, an die Amtsleiter und ganz besonders an unseren scheidenden Oberbürgermeister Gerhard Dietz, der die Verwaltung und den Gemeinderat, trotz der für ihn schwierigen Umstände, sachlich und souverän, durch die Haushaltsberatungen geführt hat. 

 

Im Anschluss an diese Stellungnahme bedankte sich Walter Linsin beim scheidenden OB Gerhard Dietz für seine Arbeit für Rheinstetten.

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