Die unendliche Geschichte: Der Kreisel L 566/ Hertzstraße
Die Hoffnungen der Bevölkerungen an dem Knotenpunkt der Hertzstraße einen Kreisel einzurichten, haben nach dem Ortstermin durch die Verkehrskommission des Landes Baden-Württemberg zwar einen erheblichen Dämpfer erlitten, gänzlich vom Tisch gewischt wurden sie dabei aber nicht.
Wie unser Fraktionsmitglied Gerhard Bauer von diesem Termin berichtete, wurde von dem Vorsitzenden der Verkehrskommission folgendes festgestellt:
1. Die Einmündung bietet viele Konfliktpunkte, sowohl für Fahrradfahrer als auch für Kraftfahrzeugführer
2. Die Verwaltungsvorschrift zum Ausbau von Kreisverkehren enthält hinsichtlich der Problematik Bevorrechtigung der Radfahrer im Zusammenhang innerhalb und außerhalb der Bebauung unklare Aussagen. Dies war vom Gesetzgeber nicht so gewollt und wird beim nächsten Verkehrsgerichtstag auf den Prüfstand gestellt.
3. Der Vorsitzende der Verkehrskommission konnte einer Kreisellösung deshalb nicht zustimmen und empfahl zunächst die Umsetzung der beschlossenen Lösung der Stadt Rheinstetten.
4. Nach einem Jahr soll entschieden werden, wie effizient diese Maßnahme inzwischen war
5. Aufgrund dieser neuen Erfahrungen und einer angepassten Verwaltungsvorschrift ist anschließend erneut zu entscheiden.
Diese Aussagen nehmen wir zu Kenntnis, wobei uns aufgrund der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums auch kein Entscheidungsspielraum bleibt. Freuen, wie andere Fraktionen, können wir uns hierüber jedoch nicht.
Die vom Gemeinderat beschlossene kleine Lösung, geringfügige Rückverlegung des Radweges und Verengung der Einmündung in der Hertzstraße, erhöht bei ausfahrendem Verkehr zwar die Sicherheit der Radfahrer, für die aus der Umgehungsstraße einbiegenden Kraftfahrzeuge wird die Kreuzung jedoch noch unübersichtlicher. Die Verengung der Einmündung wird zu Behinderungen des Kfz-Verkehrs und zu noch mehr Stresssituationen für die Linksabbieger führen.
Der Ausführung dieses Provisoriums und der Verschiebung des Problems haben wir nicht zugestimmt. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen aus dem Kreuzungsumbau und auf die neue Verwaltungsvorschrift. Danach werden wir mit Sicherheit noch einmal über dieses Verkehrsproblem diskutieren.
SPD-Stadtratsfraktion beantragt "Bürgerentscheid Kreisel"

Dass die Kreuzung L 566 / Hertzstraße den größten Unfallschwerpunkt in Rheinstetten darstellt, ist unbestritten. Doch zu einer Lösung des Problems scheint es nicht zu kommen.
Deshalb hat die SPD-Stadtratsfraktion jetzt erneut die Initiative ergriffen und einen Bürgerentscheid beantragt!
Lesen Sie hier unsere Presseerklärung zum Thema "Kreisel und Bürgerentscheid":
"Der Kreisel an dieser unfallträchtigen Kreuzung wurde in den BNN als unendliche Geschichte bezeichnet und soll zu den Akten gelegt werden, nachdem das Regierungspräsidium eine Kreisellösung mit einer Bevorrechtigung der Radfahrer ablehnt. Nun soll eine Alternativlösung mit einer einspurigen Verkehrsführung die Lösung sein. Diese wird das Verkehrschaos an dieser Einmündung zusätzlich verschärfen.
Eine Kreisellösung an dieser sowohl für Kraftfahrzeugführer, als auch für Radfahrer gefährlichen Kreuzung ist aber nach Meinung aller Verkehrsexperten nach wie vor die einzig sichere Lösung für alle Verkehrsteilnehmer.
Eine unendliche Geschichte soll es nach der vollen Überzeugung der SPD Fraktion aber nicht werden. Denn eine Kreisellösung ist keine Luftblase der SPD-Gemeinderäte, sondern ein dringender Wunsch der Bürgerinnen und Bürger in Neuburgweier und einer deutlichen Mehrheit in Mörsch und Rheinstetten. Kann sich doch jeder im ganzen Umkreis selbst davon überzeugen wie problemlos die Verkehrsregelung zwischen allen Verkehrsteilnehmern innerhalb eines Kreisels ist und wie rings um immer mehr Kreisel gebaut werden. Dass dies keine sachliche Entscheidung, sondern eine politische ist, war innerhalb des Gemeinderates immer mehr zu verspüren. Denn nachdem der Widerstand im Gemeinderat gegen den Kreisel nach unserem Wahlkampf endlich gebrochen war, hat sich schon bald nach den Kommunalwahlen wieder Gegenwind gegen eine solche Lösung gebildet.
Offiziell versteckt man sich zwar hinter der Aussage, dass einem Kreisel nur mit der Bevorrechtigung der Radfahrer zugestimmt werden kann. Die Fakten hierzu sagen jedoch etwas anderes. Zunächst wurden gegen unseren Willen die Ortsschilder versetzt, damit sich die Kreuzung außerorts befindet. Dies beeinträchtigt die Verkehrssicherheit durch einen geringeren Schutz und war nach Aussage eines ausgewiesenen Fachmanns für Verkehrsplanung an der UNI Karlsruhe (KIT) auch gar nicht zwingend vorgeschrieben. Außerdem ist die Bevorrechtigung der Radfahrer nur vorgeschoben. Denn wenn der Autofahrer beim Ausfahren keine Gemengelage mehr vorfindet, weil er dauernd den Verkehr von rechts und von links beobachten muss, ist auch der Radfahrer sicher. Dann läuft er nämlich nicht mehr die Gefahr übersehen zu werden.
Deshalb sind wir sehr enttäuscht, dass wegen der Tragweite einer solchen Entscheidung der Gemeinderat zuvor nicht offen informiert wurde, sondern dies vom Oberbürgermeister Schrempp und seiner Verwaltung im stillen Kämmerlein entschieden wurde. Ein offener Umgang mit dem Gemeinderat und den Bürgerinnen und Bürgern von Rheinstetten sieht für uns anders aus.
Die Lösung der Verkehrsproblematik durch einen Kreisel ist unseres Erachtens eine wichtige Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger Rheinstettens. Deshalb beantragt die SPD Fraktion, dass auch die Bürgerinnen und Bürger über den Kreisel entscheiden sollen.
Ein solcher Bürgerentscheid könnte ohne großen Mehraufwand zusammen mit dem Bürgerentscheid zu Stuttgart 21 durchgeführt werden."
Der Antrag zum "Bürgerentscheid Kreisel"

Folgenden Antrag übergab die SPD-Stadratsfraktion am 18. September 2011 an Oberbürgermeister Schrempp:
"Antrag hinsichtlich des beabsichtigten Kreisels an der Hertzstraße / L 566 einen Bürgerentscheid durchzuführen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Der Kreisel an dieser unfallträchtigen Kreuzung wurde in den BNN als unendliche Geschichte bezeichnet und soll zu den Akten gelegt werden, nachdem das Regierungspräsidium eine Kreisellösung mit einer Bevorrechtigung der Radfahrer ablehnt. Eine Kreisellösung an dieser sowohl für Kraftfahrzeugführer, als auch für Radfahrer gefährlichen Kreuzung ist aber nach Meinung aller Verkehrsexperten nach wie vor die sicherste Lösung für alle Verkehrsteilnehmer.
Eine Kreisellösung an dieser Einmündung ist ein dringender Wunsch der Bürgerinnen und Bürger in Neuburgweier und einer deutlichen Mehrheit in Mörsch und Rheinstetten. Auch wenn eine Bevorrechtigung der Fahrradfahrer der Fahrradfahrer nach Auffassung des Regierungspräsidiums nicht möglich ist, so ist er bei einer Kreisellösung noch deutlich mehr geschützt als bisher, bzw. bei der beabsichtigten Notlösung. Denn wenn der Autofahrer beim Ausfahren keine Gemengelage mehr vorfindet, weil er dauernd den Verkehr von rechts und von links beobachten muss, ist auch der Radfahrer sicher. Dann läuft er nämlich nicht mehr die Gefahr übersehen zu werden.
Die Lösung der Verkehrsproblematik durch einen Kreisel ist unseres Erachtens eine wichtige Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger Rheinstettens. Deshalb beantragt die SPD Fraktion, dass auch die Bürgerinnen und Bürger über den Kreisel entscheiden sollen.
Ein solcher Bürgerentscheid kann ohne großen Mehraufwand zusammen mit dem Bürgerentscheid zu Stuttgart 21 durchgeführt werden. "
Verkehrsexperte des KIT bestätigt SPD-Position

Wer ist eigentlich dieser in den vergangenen Wochen mehrfach zitierte "Verkehrsexperte des KIT", der die Haltung der SPD-Fraktion bestätigt?
Am 16. August 2011 führten die SPD-Stadträte Gerhard Bauer und Wolfgang Knoch ein sehr intensives Gespräch zur Kreiselproblematik mit dem Abteilungsleiter des Instituts für Straßen- und Eisenbahnwesen, Dr.-Ing. Matthias Zimmermann.
An seinem Institut wird das gesamte Verkehrsmanagement unter die Lupe genommen und werden Verbesserungsvorschläge erarbeitet und wissenschaftlich untermauert. Die Frage, wie muss ein Verkehrskreisel oder eine Kurve aussehen, um die Unfallrisiken zu minimieren, gehört zum täglichen wissenschaftlichen Alltag.
Insofern sind die Aussagen von Dr.-Ing. Matthias Zimmermann äußerst präzise und für die Praxis relevant.
Hier finden Sie weitere Anmerkungen zum "Kreisel-Thema"
Na also, geht doch! Endlich gibt's eine Debatte!
Der Aufschrei im jüngsten "Gemeindeblatt" (16.9.2010) ist deutlich hörbar. Mit ihrer Bilanz-Beilage vom 9.9. hat die SPD-Fraktion bereits ein wichtiges Ziel erreicht: endlich läuft die Debatte über kommunalpolitisch kontroverse Themen in aller Öffentlichkeit.
Dass dabei überdeutlich wird, dass der FWV-Vertreter seinen privaten Kleinkrieg gegen die SPD, oder genauer gegen den ehemaligen OB Dietz, weiterführen will, und ihm dabei einiges durcheinander gerät, ist nur eine kleine Randnotiz.
Wichtiger als diese persönliche Petitesse ist die Auseinandersetzung in der Sache, z.B. um den Kreisel.
Bei einem Kreisel verändert sich das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer - egal ob dieser inner- oder außerorts liegt, ob Radfahrer bevorrechtigt sind oder nicht - zum Positiven. Rund um Rheinstetten hat man das längst erkannt und entsprechend gehandelt.
Kleiner Hinweis:
Schauen Sie sich mal den Kreisel an der Ortseinfahrt Bad Herrenalb an. Dort wurde das Ortseingangsschild bewusst vor dem Kreisel aufgestellt und die Situation ist durchaus mit der Kreuzung an der Hertzstraße vergleichbar.
Übrigens: Bad Herrenalb gehört zum Regierungspräsidium Karlsruhe, aber es gilt offensichtlich ein anderes Verkehrsrecht.
Der Kampf um den Kreisel in Mörsch geht weiter!
Eigentlich schien alles seinen Weg zu gehen, denn der Gemeinderat hatte am 30. Juni 2009 beschlossen, an der Kreuzung L 566 / Hertzstr. (beim Aldi in Mörsch) endlich einen Kreisel zu bauen. Damals stimmten drei CDU-Gemeinderäte dagegen und einer enthielt sich der Stimme. Alle anderen anwesenden Gemeinderäte der ULR, FDP und CDU stimmten mit der SPD für den Kreisel.
Doch dann wurde wieder alles in Frage gestellt, denn im neuen Gemeinderat wurde nun ein Antrag der Grünen mit Unterstützung von CDU- und ULR- Gemeinderäten eingebracht, mit dem Ziel diesen Beschluss rückgängig zu machen. Und in der Tat: er wurde gekippt, unterstützt von einem der absurdesten Argumente von der Verwaltungsbank: Der Kreisel beim Aldi sei nicht im Ort, sondern er sei ein Außerortskreisel bei dem Radfahrer nicht bevorrechtigt seien!
Der Ortseingangsschild, so wurde vorgetragen, stehe falsch und müsse umgesetzt werden. Jetzt bekommt Rheinstetten - wenn es nach der Verwaltung und anscheinend nach der Mehrheit des Rates geht - nicht nur keinen Kreisel, sondern zusätzlich einen Schildbürgerstreich!!! Denn nahezu alle Ortseingangsschilder im Stadtteil Mörsch stehen falsch, wenn man der Argumentation der Verwaltung folgt, und müssen umgesetzt werden.
Komisch an der ganzen Geschichte ist nur, dass alle übrigen Gemeinden rund um Rheinstetten diese Probleme offensichtlich nicht haben und mit Hilfe von Verkehrskreiseln ihre unfallträchtigen Stellen entschärfen - zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer.
Da wir diese absurde Argumentation nicht glauben konnten, haben wir uns in einem Brief an den Regierungspräsidenten Dr. Rudolf Kühner gewandt, um den Sachverhalt klären zu lassen, denn wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass nur ein Kreisel (siehe SPD-Entwurf) mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer bringt, während die von der Verwaltung vorgeschlagene und offensichtlich von der Mehrheit des Gemeinderates favorisierte Lösung eines Umbaus der Kreuzung zu keiner grundlegenden Veränderung führen wird. Aber in seiner Antwort gab der Regierungspräsident lediglich, offensichtlich ungeprüft, die Position seiner Verkehrsbehörde wieder.
Um es noch einmal klar zu stellen: Es geht nicht darum, „wieder einmal eine SPD-Idee durchzudrücken“, wie Menschen behaupten, die sich offensichtlich nicht in der Gemeindepolitik auskennen und nur einen fanatischen, persönlichen Feldzug gegen die SPD führen. Die SPD hatte noch niemals in der Geschichte Rheinstettens eine eigene Gemeinderatsmehrheit, mit der sie irgend etwas „durchdrücken“ konnte. Es geht uns um die beste Lösung eines schwerwiegenden Problems, deshalb sind wir nach wie vor für einen Kreisel!
Und noch eine Anmerkung zum jetzt häufig als Kronzeugen gegen den Kreisel zitierten Verkehrsgutachter Dr. Köhler: Eben jener Verkehrsgutachter nannte den Antrag des ehemaligen Gemeinderats Georg Maier (SPD), in der Stadtmitte am Rösselsbrünnle einen Kreisel zu bauen, absolut ungeeignet und lehnte ihn gemeinsam mit KVV-Chef Ludwig vehement ab. Können Sie sich heute die Stadtmitte ohne „Kreisel“ vorstellen?
Neben der Kreuzungsproblematik gibt es an der Hertzstraße zudem noch das Problem der hohen Geschwindigkeit und die dämpft am wirkungsvollsten nur ein Kreisel!
Der Kreisel - inner- oder außerorts? SPD-Stadtratsfraktion schrieb an Regierungspräsidenten Dr. Rudolf Kühner

Es ist zu befürchten, dass die Mehrheit des Gemeinderats den Bau des bereits beschlossenen Kreisels an der L 566 / Hertzstaße verhindert und die Verwaltung liefert dazu die aberwitzigsten Argumente.
Die unfallträchtige Kreuzung an der Mörscher Hertzstraße sei keine Innerortskreuzung, sondern sie sei außerorts. Deshalb könne den Radfahrern kein Vorrang gewährt werden und deshalb sei ein "Außerorts-Kreisel" unsicher.
Wir halten diese Argumentation für groben Unfug, zumal das, was in Rheinstetten gegen die Gesetzeslage sprechen soll, in allen Gemeinden unserer Umgebung (z.B. Ettlingen, Durmersheim, Rastatt ...) rechtmäßig ist. Deshalb haben wir an den Regierungspräsidenten Dr. Rudolf Kühner geschrieben.
Lesen Sie hier unseren Brief vom 18. Mai 2010:
"Sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
in Rheinstetten, der südwestlichen Kleinstadt in Ihrem Regierungsbezirk, mit den Stadtteilen Forchheim, Mörsch und Neuburgweier, wird seit langer Zeit ein strittiges Thema sehr kontrovers diskutiert.
Es handelt sich dabei um die Straßenkreuzung L 566 / Hertzstr., die einerseits von vielen PKW`s, LKW`s (aus dem angrenzenden Gewerbegebiet), aber auch von vielen Fahrradfahrern benutzt wird. Gleichzeitig liegt direkt an dieser Kreuzung das wohl für ganz Rheinstetten wichtigste Einkaufszentrum mit fünf Großeinkaufsmärkten. Die 4. Zu- und Abfahrspur der Kreuzung ist zur Versorgung eines landwirtschaftlichen Anwesens und zur Unterhaltung landwirtschaftlicher Flächen notwendig.
Die derzeitige Situation zeichnet sich in der Form ab, dass der, die Hertzstr. kreuzende, südl. der L 566 verlaufende, in beiden Fahrtrichtungen benutzte Radweg, gegenüber dem Kraftfahrzeugverkehr mit einer Rot gekennzeichneten Furt bevorrechtigt ist. Die L 566 hat, aus Neuburgweier kommend, vor der Einmündung der Hertzstr. das Ortseingangsschild für den Stadtteil Mörsch. Aus diesem Grund ist schon “seit alter Zeit“ an dieser Kreuzung die Geschwindigkeit auf der L 566 auf 50 kmh reduziert. Der sehr starke Fahrzeugverkehr, aber auch der überaus starke Fahrradverkehr (Schülerinnen und Schüler aus Au a. R. und Neuburgweier, sowie des stark zunehmenden Fahrradtourismus zur Fähre in die Pfalz und ins Elsass) macht diese Kreuzung einerseits zu einem gefährlichen Nadelöhr des Kraftfahrzeugverkehrs mit hohen Geschwindigkeiten. Andererseits sind die vielen Fahrradfahrer durch abbiegende und einfahrende Fahrzeuge stark gefährdet.
Die SPD Fraktion hat seit langer Zeit an dieser Stelle die Errichtung eines Kreisverkehrs beantragt, um die gefahrenen Geschwindigkeiten zu reduzieren und die dann weiterhin bevorrechtigten Fahrradfahrer besser zu schützen. Der Gemeinderat hat Mitte des letzten Jahres diesen Kreisverkehr beschlossen, wissend, dass die dabei anfallenden Kosten, bis auf einen geringen Zuschuss durch das Land BW, von der Stadt selbst aufzubringen sind.
Übergeordnete Behörden, wir nehmen an das Regierungs- oder Polizeipräsidium, haben nun nach zig Jahren festgestellt, dass das o. a. Ortseingangsschild an der „falschen Stelle“ steht, abgebaut werden muss und dadurch die Kreuzung Hertzstr. / L 566 zu einer „Außenortskreuzung“ wird. Das bedeutet, dass der beschlossene Verkehrskreisel ein „Außenortskreisel“ ist, bei dem nach den geltenden Gesetzen die Fahrradfahrer nicht mehr bevorrechtigt geführt werden dürfen.
Darüber hinaus müssen dann an mindestens 9 Straßen des Stadtteils Mörsch jeweils neue Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder aufgestellt werden. Wir halten das für einen Schildbürgerstreich, der dem Rechtsverständnis unserer Bürger nicht mehr entspricht.
Nach unserer Meinung ist die L 566 auch keine Außenortsstraße da.....
· ...... von dieser Straße das stadteigene Grundstück mit dem Hebewerk des Ortsteils Mörsch und dem dahinter liegenden Lagerplatz des Bauhofs der Stadt Rheinstetten erschlossen wird.
· ...... von dieser Straße das stadteigene Keltenstadion, die Keltenhalle und die dazu gehörenden Parkplätze sowie das neu erbaute Jugendhaus erschlossen werden. Alle diese Einrichtungen können nur von dieser Straße aus angefahren werden.
· ...... von dieser Straße die Tennisplätze, die Tennishalle und das Clubhaus des TV Mörsch, sowie das Clubhaus des KLZ- Vereins erschlossen sind, die ebenfalls von keiner anderen Straße angefahren werden können.
· ...... direkt an dieser Straße das vor zwei Jahren von der Stadt Rheinstetten neu erbaute Feuerwehrhaus steht, das niveaugleich und ohne Zwischenbauten und Abgrenzungen an der Straße angebaut ist und keine andere Möglichkeit der Erschließung besteht.
Durch die unselige Namensgebung „Außenortskreuzung“, „Außenortsstraße“, „Außenortskreisel“ werden die 1975 vereinten Gemeinden Neuburgweier und Mörsch wieder räumlich und sprachlich getrennt. Dem Bürger einer Stadt ist nicht zu vermitteln, dass eine, zwei Stadtteile verbindende Straße eine „Außenortsstraße“ sein soll. Das bisher gewünschte Zusammenwachsen der Ortsteile wird hier konterkariert.
Sehr geehrter Herr Dr. Kühner,
wir richten an Sie, als obersten Repräsentanten des Regierungspräsidiums die Bitte sich dieser Sache an zu nehmen und eine für alle Bürger verständliche Entscheidung zu fällen, die den Bau des Verkehrskreisels mit Bevorrechtigung der Fahrradfahrer möglich macht. Wir können es unseren Mitbürgern beim besten Willen nicht verständlich machen, dass Grünzäsuren zwischen den Ortsteilen, die von uns gehegt und gepflegt werden, dazu führen, dass sie als Trennung einzelner Stadtteile verstanden werden. In großen Städten, auch in Karlsruhe, werden diese Grünräume als innerstädtische Grün- und Erholungszonen gesehen und am Anfang und Ende nicht als „Außenbereiche“ deklariert."
Unterzeichnet wurde dieser Brief von Walter Linsin (Fraktionsvorsitzender), Gerhard Bauer (Ortsvorsteher Neuburgweier) nd Wolfgang Knoch (Stellvertreter des OB)
SPD: Wir wollen eine optimale Lösung für den Kreisverkehr Hertzstraße / L 566
Damit der endlich durch die Mehrheit des Gemeinderates beschlossene Kreisel optimal verwirklicht wird, hat die SPD Stadtratsfraktion im Anschluss an den Beschluss in der Sitzung vom 30. Juni folgenden Antrag an OB Schrempp überreicht:
"Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
In der Sitzung des AUT am 12.5.09 wurde auf unseren Antrag hin an der Kreuzung
L 566/Hertzstr. einstimmig der Bau eines Verkehrskreisels beschlossen. Sollte dieser Beschluss in der heutigen Sitzung des GR bestätigt werden, stellt unsere Fraktion zur Durchführung der Maßnahme den folgenden Antrag:
- Um eine optimale Planung zu erreichen und um eine ausreichende Berücksichtigung der Rechte aller Verkehrsteilnehmer sicherzustellen, beantragen wir eine beschränkten Ausschreibung der Planung unter drei Planungsbüros.
- Der Auftrag soll einerseits auf die Einmündung der Rheinaustrasse und andererseits die Weiterführung nach Neuburgweier und hier besonders auf die eventuelle Einführung eines Geschwindigkeitslimits auf dieser Strecke ausgedehnt werden.
- Gleichzeitig sollte die eventuell mögliche Integration des nördlich der L 566, in der Feldflur verlaufenden asphaltierten Wegs, als Radweg nach und aus Richtung Neuburgweier betrachtet werden.
- Alle drei Ing.-Büros sollen eine Grobplanung und den entsprechenden Kostenrahmen für ihre Planung vorlegen.
- Wir beantragen bei der Planung die Hinzuziehung des ADFC, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, der einerseits bei solchen Planungen die Interessen des nicht motorisierten Verkehrs vertritt und andererseits mit dem Reg. Präsidium Karlsruhe Radverkehrsprojekte entlang von Bundes- und Landesstrassen begleitet.
Grundsätzlich erwarten wir eine Aussage, warum in unserer Stadt, wie bisher von der Verwaltung vorgeschlagen, der Rad.- und Fußgängerverkehr über die Hertzstrasse nur von der Kreuzung / Kreisel abgesetzt, in der Hertzstrasse möglich sein soll. In Ettlingen und Karlsruhe erfolgt dies bei allen einmündeten Strassen direkt am Kreisel."
Zu diesem Antrag merkte Bürgermeister Hauk an, dass eine beschränkte Ausschreibung nicht stattfinden könne, weil bereits das Planungsbüro Köhler-Leutwein einen rechtsgültigen Planungsauftrag habe. Diese Aussage führte innerhalb des Ratsgremiums zu großem Erstaunen, zumal an diesem 30. Juni 2009 der Gemeinderat erstmals den Bau eines Kreisels beschlossen hatte. Um die mysteriösen Aussagen aufzuklären, stellte die SPD-Stadtratsfraktion am 1. Juli folgende Nachfrage an OB Schrempp:
"Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schrempp,
in der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde unter TOP 04, ö. „ Beratung und Entscheidung über die Umgestaltung der Einmündung Hertzstrasse / L 566 „ erstmals von diesem Gremium ein Beschluss gefasst. Der Beschluss sieht den Bau einer Verkehrskreiselanlage an dieser Stelle vor.
In diesem Zusammenhang wurde uns von Bgm. Herrn Hauk mitgeteilt, dass das Ing.-Büro für Verkehrswesen Koehler, Leutwein & Partner, das mit einer Vorbetrachtung über die Umgestaltung der Straßenkreuzung beauftragt war, bereits einen umfassenden Auftrag, auch für die Planung und Ausführung der erst gestern beschlossenen Gesamtmaßnahme hat.
Wir bitten Sie in diesem Zusammenhang uns folgende Unterlagen zukommen zu lassen:
a) Datum und kompletter Umfang dieses Vergabeauftrags.
b) Grundlage für die Vergabe, d. h. Gemeinderatsbeschluss oder andere verbindliche Vorschriften, die eine solche Vergabe ohne Beschluss des Gemeinderats rechtfertigen.
c) Eine Aussage ob jetzt, trotz dieses Auftrags, noch andere Ing.-Büros in die Planung eingebunden werden können."
Mit großer Spannung erwartet die SPD-Fraktion die Antwort des Oberbürgermeisters.
Wir werden Sie nach dem Eingang seiner Antwort selbstverständlich umgehend darüber unterrichten.
30. Juni 2009: Gemeinderat beschließt Kreisel Hertzstr./L 566
In seiner Sitzung am 30. Juni beschloss der Gemeinderat sehr zur Freude der SPD-Stadtratsfraktion den vieldiskutierten Kreisel an der Kreuzung L 566/Hertzstraße beim Aldi in Mörsch.
Aber die Einsicht, dass dieser Kreisverkehr die beste Lösung für die gefährliche Kreuzung ist, scheint nicht bei allen Gemeinderäten angekommen zu sein. CDU-Fraktionsvorsitzender Franz Deck meinte sogar ernsthaft, dies sei hinausgeworfenes Steuergeld! Die CDU-Gemeinderäte Andrea Bengert, Rudi Burkart und Franz Deck stimmten gegen den Kreisel, CDU-Gemeinderat Franz Becker enthielt sich der Stimme (Die CDU-Gemeinderäte Julia Kühn, Christopher Essig und Jürgen Mohrhardt fehlten bei der Sitzung).
Gemeinderat Wolfgang Knoch übergab im Namen der SPD-Fraktion einen Antrag zum weiteren Vorgehen, um den Kreisel nicht nur umgehend, sondern vor allem für alle Verkehrsteilnehmer optimal zu planen und zu bauen.
Großes Erstaunen rief die Aussage von Bürgermeister Hauk hervor, wonach mit dem Ingenieurbüro Dr. Köhler bereits ein Vorvertrag für den Kreiselbau bestehe. Der Vorgang erscheint mystriös, zumal der Gemeinderat in seiner Mehrheit bisher einen Kreisel abgelehnt hatte und am 30. Juni erstmals eine deutliche Mehrheit für den Kreisel stimmte! OB Schrempp sagte eine Prüfung des Vorgangs zu.
Der "Aldi-Kreisel" - der Kreisel an der Kreuzung Hertzstraße/ L 566
Seit Jahren fordern wir immer wieder einen Kreisel bei der Kreuzung Hertzstraße / L 566.
Während in allen Gemeinden ringsum dieses Mittel zur Entschärfung und zur Beruhigung des Verkehrs eingesetzt wird, zögert in Rheinstetten die Mehrheit des Gemeinderates und stimmt dem Kreisel nicht zu.
Wir meinen : Es ist an der Zeit unserem Antrag zuzustimmen - nicht um „den Roten“ einen Gefallen zu tun, sondern um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und einen schlimmen Gefahrenpunkt zu beseitigen!
Verkehrsexperte bestätigt Haltung der SPD-Fraktion
In der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik wurde über die Verkehrserhebung in Rheinstetten aus dem Jahre 2008 beraten.
Hierbei wurden die Verkehrsbelastungen für die Verkehrsachsen in Rheinstetten dargestellt. Hinsichtlich der Belastungen durch den Durchgangsverkehr in der Badener Straße in Mörsch und der Hauptstraße, bzw. der Karlsruher Straße in Forchheim, wurden Lösungen durch 30-km-Zonen dargestellt. Im Rahmen dieser Verkehrserhebung wurden auch deutliche Steigerungen hinsichtlich des Verkehrsknotenpunktes „ Einmündungsbereich L 566 / Hertzstraße“ festgestellt. So nahm der Verkehr auf der L 566 seit 1996 (letzte Verkehrszählung) von 7900 auf 8100 um 2,53 % und der Fahrzeugverkehr auf der Hertzstraße von 6100 auf 6800 Fahrzeug um 11,48 Prozent zu. Weiterhin hat auch das Polizeipräsidium Karlsruhe diese Örtlichkeit als Unfallhäufungspunkt festgestellt und wegen steigenden Unfallzahlen dringenden Handlungsbedarf angemeldet.
Auf konkrete Nachfrage von Ausschussmitgliedern, hinsichtlich dieses Verkehrsknotenpunktes machte der Verkehrsgutachter Dr. Köhler eine deutliche Aussage zur Lösung dieses Problems.
Seiner fachlichen Meinung zufolge ist ein Kreisverkehr die beste Lösung um die Verkehrssituation an dieser Örtlichkeit zu verbessern. Es sei zwar auch eine reine Verschwenkung des Fahrradweges möglich. Dies sei aber nur eine halbherzige Lösung, weshalb er einen Kreisverkehr als optimale Lösung bezeichnete. Durch einen Kreisverkehr verbessert sich die Sicherheit auch für den Fahrradverkehr deutlich, weil sowohl die Fahrradfahrer als auch die Autofahrer nicht mehr auf so viele Verkehrsströme aus verschiedenen Richtungen zu achten hätten.
Weiterhin biete dies auch eine Möglichkeit eine Bushaltestelle in beide Fahrtrichtungen einzurichten. Außerdem würden sich die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der L 566 in beide Fahrtrichtungen deutlich verringern. Deshalb bezeichnete er einen Kreisel als die bessere Lösung und würde diesen immer bevorzugen.
Eine deutliche Absage machte er hierbei auch auf die Errichtung einer Lichtzeichenanlage. Diese würde die vielschichtigen Probleme an diesem Ort nicht lösen und eine Ampellösung würde aufgrund der Abschlagszahlungen an den Straßenbauträger und die Unterhaltungskosten genauso viel kosten wie ein Kreisverkehr an dieser Örtlichkeit.
Unserer Ansicht nach wäre es auch ein Nonsens für Rheinstetten, an dieser Örtlichkeit eine Ampelanlage zu errichten, wenn rund um Rheinstetten und im ganzen Land Ampelanlagen zugunsten von Kreisverkehren abgebaut werden.

















